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Die ebXML-Technologie

Die einfachste Art, die ebXML-Technologie zu betrachten, liegt im Aufzeigen eines auf höchster Ebene angesiedelten Anwendungsszenarios zweier Handelspartner, zunächst in der Konfiguration und im Folgenden in der Durchführung eines einfachen Geschäftsvorgangs sowie eines Geschäftsdatenaustausches. Das Modell beschreibt ein Beispiel des Prozesses und der Schritte, die erforderlich sein können, um ebXML-Anwendungen und zugehörige Architekturkomponenten zu konfigurieren und einzusetzen. Aus diesem Modell kann die ebXML-Architektur abgeleitet werden.

 

Hier hat das Unternehmen A Kenntnis über eine ebXML-Registratur erhalten, die über das Internet verfügbar ist (Schritt 1). Nach Prüfung des Inhalts der ebXML-Registratur entscheidet das Unternehmen A, eine eigene ebXML-fähige Anwendung aufzubauen und einzusetzen (Schritt 2). Die Entwicklung einer Kundensoftware ist keine notwendige Voraussetzung zur Teilnahme an ebXML. ebXML-fähige Anwendungen und Komponenten können auch kommerziell als zugeschnittene Lösungen verfügbar sein.

Das Unternehmen A unterbreitet dann seine eigenen Geschäftsprofilinformationen (einschließlich Implementierungsangaben und Referenzen) der ebXML-Registratur (Schritt 3). Das der ebXML-Registratur übermittelte Geschäftsprofil beschreibt die ebXML-Fähigkeiten und -Auflagen des Unternehmens sowie die von ihm unterstützten Geschäftsszenarien. Diese Geschäftsszenarien sind XML-Versionen der Geschäftsprozesse und der entsprechenden Informationsinhalte (z. B. eine Berechnung der Verkaufssteuer), auf die das Unternehmen eingestellt ist. Nach dem Erhalt der Beglaubigung, dass das Format und die Verwendung eines Geschäftsszenarios korrekt ist, wird dem Unternehmen A eine Bestätigung gesendet (Schritt 3).

Das Unternehmen B ermittelt die vom Unternehmen A unterstützten Geschäftsszenarien in der ebXML-Registratur (Schritt 4). Das Unternehmen B sendet eine Anfrage zum Unternehmen A, dass sie in ein Geschäftsszenario mittels ebXML einsteigen wollen (Schritt 5). Das Unternehmen B erwirbt eine ebXML-fähige, zugeschnittene Anwendung.

Vor dem Einstieg in das Szenario sendet das Unternehmen B der ebXML-fähigen Software-Schnittstelle des Unternehmens A direkt einen Vorschlag für das geschäftliche Arrangement. Das vorgeschlagene, geschäftliche Arrangement stellt die beiderseitig vereinbarten Geschäftsszenarien und spezifischen Vereinbarungen heraus. Das geschäftliche Arrangement enthält ebenso Informationen über die Mitteilungsanforderungen für einzusetzende Transaktionen, Notpläne, und sicherheitsrelevante Anforderungen (Schritt 5). Das Unternehmen A akzeptiert daraufhin die geschäftliche Vereinbarung. Die Unternehmen A und B sind nun bereit, "electronic Business" mittels ebXML einzusetzen (Schritt 6).

Die nachfolgend beschriebene Übersicht führt in die Konzepte und zugrundeliegende Architektur ein:

  1. Ein normierter Mechanismus zur Beschreibung eines Geschäftsprozesses und seines entsprechenden Informationsmodells.
  2. Ein Mechanismus zur Registrierung und Speicherung von Metamodellen für Geschäftsprozesse und Informationen, so dass sie gemeinschaftlich genutzt und wiederverwendet werden können.
  3. Entdeckung von Informationen über jeden Teilnehmer einschließlich:
    • den Geschäftsprozessen, die sie unterstützen.
    • den Geschäftsschnittstellen, die sie zur Unterstützung des Geschäftsprozesses anbieten..
    • den Geschäftsnachrichten, die zwischen den entsprechenden Geschäftsschnittstellen ausgetauscht werden.
    • die technische Konfiguration der unterstützenden Transport-, Sicherheits- und Verschlüsselungsprotokollen.
  1. Ein Mechanismus zur Registrierung der oben erwähnten Informationen, so dass sie zu ermitteln sind und wiederherstellbar gemacht werden können.
  2. Ein Mechanismus zur Beschreibung der Durchführung eines beiderseitig vereinbarten, geschäftlichen Arrangements, das aus Informationen aller Teilnehmer zu oben genannten Punkt 3 abgeleitet werden kann (Zusammenarbeitsprotokollvereinbarung – CPA).
  3. Ein normierter geschäftlicher Nachrichtenservice-Rahmen, der einen zwischenbetrieblichen, sicheren und zuverlässigen Austausch von Nachrichten zwischen Handelspartnern ermöglicht.
  4. Ein Mechanismus zur Konfiguration der entsprechenden Nachrichtendienste, um dem vereinbarten Geschäftsprozess in Übereinstimmung mit den im geschäftlichen Arrangement definierten Auflagen zu entsprechen.
     

Die Beziehungen dieser Konzepte und der Architektur werden in der ebXML-Spezifikation "Technische Architektur", V1.04, beschrieben. http://www.ebxml.org/specs/ebTA.pdf

Nach der Beschreibung der Konzepte und der Architektur wird aufgezeigt, dass es mehrere technologische Bauteile gibt, die zur Vervollständigung der technischen ebXML-Architektur benötigt werden. Diese Bauteile können wie folgt in zwei unterschiedliche Kategorien der Infrastruktur unterteilt werden:

  • der semantische Infrastruktur-Rahmen
  • die technische Infrastruktur Innerhalb dieser Infrastruktur-Kategorien passt jedes einzelne Bauteil der Architektur.

 

                      

Eine ebXML-Spezifikation ist mit jedem Bauteil dieser Architektur verbunden. Wie diese

zueinander passen, wird in der ebXML-Infrastruktur und ihrer entsprechenden

Spezifikations-Darstellung gezeigt.

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